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Die Versehrte-Wassersport-Gemeinschaft feierte am 13. Oktober 2018 ihr 50-jähriges Jubiläum und veranstaltete das traditionelle Absegeln des Berliner Segler-Verbandes für die Bezirk Unterhavel und Wannsee an der Havelchaussee 115.

Obwohl die VWG im Jahr 2018 erst 50 Jahre alt wurde, gehen die ältesten Quellen in das Jahr 1928 zurück, als der Blinden-Sport-Verein gegründet wurde. 1955 wurde dann über die Notwendigkeit eines Versehrten-Erholungsheims in Berlin debattiert. Der blinde Vorsitzende des damaligen Versehrten Sport Verbandes Berlin, Heinz Tolzmann, liebevoll „Bomme“ genannt, konnte im Jahr 1961 das Grundstück an der Havelchaussee 115 – 119 für den Versehrtensport gewinnen. Allerding benötigte man noch viel freiwillige Muskelkraft und Zeit, um den Ausbau des Bootshauses und des Terrassen-Café‘s mit Übernachtungsräumen, Küche und vielesmehr, das Anlegen der Wege und der Gartenanlagen zu bewältigen. Am 14. Dezember 1962 war es dann endlich soweit. Es erfolgtedie symbolische Schlüsselübergabe anlässlich der offiziellen Einweihung der Versehrten-Freizeitanlage.

Schnell entwickelte sich auf der Anlage ein reges Treiben der Versehrten Wassersportler. Ruderer, Kanuten und natürlich die Segler waren auf den Berlinern Gewässern unterwegs. Es war an der Zeit über eine Wassersportgruppe nachzudenken. Am 27. Januar 1968 gab es in der Verbandszeitung des VSV einen Aufruf zu einer Gründung einer selbstständigen Wassersportgruppe. Daraufhin gab es eineGründungsversammlung, die am Samstag, den 12.10.1968 um 17 Uhr von Helmut Petzolt eröffnet wurde. Um 18:30 stand der erste frei gewählte Vorstand der gerade neu gegründeten Versehrten Wassersport Gemeinschaft e.V. fest.

Der sportliche Anspruch der VWG ist im Freizeitsport, nicht im Regattasport zu finden. Das Gelände lädt mit unverbautem Blick auf die Havel bis nach Gatow zum Erholen ein. Die VWG wuchs in den Jahrzehnten auf über 350 Mitglieder an. Die Arbeit mit der Jugend war und ist immer ein Schwerpunkt im Verein. Mittlerweile verfügt die VWG über 5 Wassersportabteilungen: Segeln, Rudern, Kanu, Surfen und Schwimmen.

Im Jahr 2000 wurde das Pachtverhältnis vom Behinderten Sport Verband an die VWG übergeben. Alles zusammen eine große Last und Verantwortung gegenüber den Mitgliedern.“Zusammen sind wir stark“, sagten sich die Mitglieder und stimmten der Übernahme zu. Ein klares Votum, was auch zur Folge hatte, dass die Beiträge angepasst werden mussten. Dennoch sind wir im Vergleich mit den umliegenden Vereinen noch recht günstig.

Die Segelabteilung ist die Abteilung, die in den letzten Jahren den größten Zuwachs erfahren hat. 2018 lagen insgesamt 40 private Segelboote an unseren Stegen oder an Land. Die vereinseigene Flotte war ebenfalls beträchtlich gewachsen. Vor allem die Optis zur Ausbildung unserer Jüngsten, gefolgt von den Teenies, 420er und 470er. Der Zuwachs ist enorm, gerade die noch junge Surfabteilung profitiert davon. Unsere Segellehrgänge sind auch beliebt.

Der Höhepunkt zum Jubiläum war die Durchführung der Absegelfeier des Berliner Seglerverbandes am 13. Oktober 2018. Traditionell wird die Segelsaison feierlich mit dem Niederholen der Flaggen beendet. Hunderte Wassersportfreunde besuchten ab 11 Uhr diese Veranstaltung, viele direkt vom Wasser aus. Ihnen wurde ein umfangreiches kulinarisches Angebot geboten, untermalt mit Schülerbands der Martin-Buber-Schule, einem Shantychor und einem Dudelsackspieler. Für die Jüngeren gab es ein tolles Kinderprogramm.

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